Busy Bedbugs
Busy Bedbugs
(lat.: bluesiniaris worcoholicsmat at razis)
Es geht das Gerücht, daß in den USA alles was kriecht und kleiner als 10 cm ist, als Bug, als Ungeziefer identifiziert und sofort zermalmt wird. Hierzulande stellt man eher fest, daß das Interesse an Insekten allgemein stark anwächst. Die Entscheidung, sich den Bugs vor allem akustisch einzuverleiben, mag eine überschießende Reaktion auf den rapiden Naturverlust und Hygienewahn zu seini. Als Beispiel sei hier eine Münsteraner Schabenart genannt, die als Dreigebein die untypischen Eigenschaften vorweis, stets dort aufzutauchen, wo sie sich die ungeteilte Aufmerksamkeit zu sichern weiß. Nichts lieber läßt sich Schaben nachsagen, als daß sie sich allgemein im Untergrund bewegen. Nicht bei diesen Artgenossen. Sie weisen neben dem Hang zur Offensive, was Publikum angeht, zudem eine ungewöhnliche musikalische Neigung auf, die jede von ihnen unterschiedlich ausgeprägt verfolgt und doch zu einem Ganzen verbinidet. Wer sich ihnen vorsichtig nähert und nichts böses im Schuh mit sich führt, bekommt die einmalige Gelegenheit, diese besondere Gattung als liebvoll-verspielt und hochintelligent zu erleben. Ihr Urspung ist eine achtköpfoge Untergattung die Fultonsis Pointoris, die aber mangels Überlebensdauer den Panzer ablegte. Übriggeblieben sind die letzten drei Überbringer einer einzigartigen Verbindung von akustischen Signalen, die in ihrem komplexen Zusammenspiel und ihrer vergleichslosen Ästhetik ein Form von ja, man könnte sagen, Musik aufleben lassen, die sich als zeitlos bezeichnen läßt. Wir nennen es an dieser Stelle das Blue-S-Synsdrom.
Wer genau hinhört, der erkennt Anlehnungen an den alten Country- oder Folk-Blues-S im Stil eines "Bowlin' Green" John Cephas, "Harmonica" Phil Wiggins oder Jimmy Reed. Aber sie wären nicht einnzigartig, wenn sie nicht auch den modernen artverwandten Interpreten wie z.B. Chris Jones oder Steve Baker ihre Interpretationen widmen würden.